Francis Hüsers

ist seit August 2017 Intendant am Theater Hagen, wo er auch künstlerisch tätig ist: 

 

als Dramaturg etwa bei der europäischen Erstaufführung der Oper EVEREST von Joby Talbot, die  im Mai 2018 von Johannes Erath in Hagen inszeniert wurde, bei Verdis SIMON BOCCANEGRA (Premiere am 29.09.2018) in der Regie von Magdalena Fuchsberger, bei Wagners TRISTAN UND ISOLDE (Premiere am 07.04.2019) und Hindemiths CARDILLAC (Premiere am 21.09.2019), beides in der Regie von Jochen Biganzoli, oder zuletzt beim Doppelabend von SUOR ANGELICA von Giacomo Puccini und A ROOM OF ONE'S OWN von Outi Tarkiainen in der Regie von Magdalena Fuchsberger; 

 

als Regisseur bei MOLLY BLOOM nach Ulysses von James Joyce (Premiere am 15.09.2018), den hauseigenen Schauspielinszenierungen von Schillers DIE RÄUBER (Premiere 12.01.2019) und Shakespeares EIN SOMMERNACHTSTRAUM (Premiere am 11.01.2020), der Koproduktion von Monteverdis COMBATTIMENTO DI TANCREDI E CLORINDA mit dem Osthaus Museum Hagen (Premiere am 18.04.2019), dem klassisch-jazzigen Musik-Theater-Experiment OVIDS GESCHICHTEN mit Musik von Bach bis Keith Jarrett (Premiere am 01.11.2020), den Opern DIDO AND AENEAS von Henry Purcell (Premiere am 18.05.2019), LES CONTES D'HOFFMANN von Jacques Offenbach (Premiere am 30.11.2019), L'ELISIR D'AMORE von Gaetano Donizetti (Premiere am 12.06.2021), einer szenischen Darbietung von Schuberts  WINTERREISE (Premiere am 13.06.2021) sowie HERZOG BLAUBARTS BURG von Béla Bartók (Premiere am 15.01.2022) und zuletzt mit Shakespeares HAMLET (Premiere am 19.02.2022) wieder im Schauspiel.

 

Wie zuvor bereits in Hamburg und Berlin wirkt er am Theater Hagen zudem als Konzeptentwickler neuer Formate wie etwa die von Thilo Borowczak inszenierte "Undergroundparty" TAKE A WALK ON THE WILD SIDE (Premiere am 08.09.2018), die Rock-Pop-Grunge-Theaterparty HEROES (Premiere am 04.06.2022) oder der unter dem Titel VIVA VERDI von Andreas Bode inszenierte "szenische Abend aus Verdi-Chören" (Premiere am 09.03.2019).

 

Als freischaffender Dramaturg arbeitete er u.a. mit Jochen Biganzoli mehrfach am Theater Lübeck, z.B. DER FERNE KLANG von Franz Schreker (Premiere am 21.10.2017), LADY MACBETH VON MZENSK von Dmitri Schostakowitsch (Premiere am 04.03.2016), und an der Oper Halle (Puccinis TOSCA, Premiere am 26.11.2016). Mit Vincent Boussard als Regisseur brachte er am Theater St. Gallen Wagners LOHENGRIN (Premiere am 22.10.2016) auf die Bühne.

Die Produktion von DIE TOTE STADT von Erich Wolfgang Korngold, die Francis Hüsers als Dramaturg mit dem Regisseur Johannes Erath im Januar 2015 an der Oper Graz herausgebracht hatte, wurde zudem im Juni 2016 mit dem Österreichischen Musiktheaterpreis als "beste Gesamtproduktion" ausgezeichnet.

 

Bis August 2015 war Francis Hüsers als Operndirektor und Stellvertretender Intendant der Staatsoper Hamburg tätig – mit und für Simone Young als Generalmusikdirektorin und Intendantin in Personalunion.  

Die Hamburger Ära von Simone Young fand in der von der Staatsoper Hamburg auf Initiative von Francis Hüsers in Auftrag gegebenen und dramaturgisch von ihm betreuten Uraufführung LA BIANCA NOTTE / DIE HELLE NACHT von Beat Furrer im Mai 2015 ihren krönenden Abschluss – unter der musikalischen Leitung von Simone Young, inszeniert von Ramin Gray. Gemeinsam mit Kerstin Schüssler-Bach konzipierte Francis Hüsers in Hamburg auch die experimentelle Produktionsreihe „Black Box 20_21" in der "Opera Stabile", die zwischen 2012 und 2015 in der "Opera Stabile" sechs Produktionen zeigte. Dabei wurden jeweils literarische Texte mit Stücken zeitgenössischer Musik experimentell zu einem neuen Werk montiert. Schon die erste Produktion der Reihe: I AM YOUR OPUS mit Musik von Aribert Reimann und Texten von Sylvia Plath war ein außerordentlicher Erfolg. Im Oktober 2014 führte Francis Hüsers in dieser Reihe auch selbst Regie bei der Produktion DIE VERZEIHUNG mit Musik von Claude Vivier und Rolf Riehm sowie Texten nach Motiven von Jean Genet, Pier Paolo Pasolini, Hans Henny Jahnn u. a.

 

Vor seiner Tätigkeit als Hamburger Operndirektor war Francis Hüsers von 2005 bis 2010 in Berlin als Leitender Dramaturg und Künstlerischer Produktionsleiter an der Staatsoper Unter den Linden tätig – mit Daniel Barenboim als Generalmusikdirektor sowie den Intendanten Peter Mussbach, Ronny Adler und Jürgen Flimm. Die Spielzeiten an der Berliner Staatsoper waren insbesondere gekennzeichnet durch eine enge Zusammenarbeit von Francis Hüsers mit René Jacobs als musikalischem Leiter von Barockopernproduktionen. Als Chefdramaturg der Staatsoper konnte er zudem einige überaus erfolgreiche Produktionen mit profilierten Regisseuren realisieren, so etwa Prokofjews Oper DER SPIELER mit Dmitri Tcherniakov, die MARIENVESPER von Monteverdi in der Inszenierung von Luk Perceval oder Händels AGRIPPINA, inszeniert von Vincent Boussard.

 

Vor der Zeit an der Berliner Staatsoper arbeitete er bereits von 1995 bis 2005 an der Staatsoper Hamburg als Referent und Künstlerischer Produktionsleiter für die Intendanzen von Albin Hänseroth und Louwrens Langevoort und betreute dabei auch alle Produktionen von Generalmusikdirektor Ingo Metzmacher mit Regisseuren wie Peter Konwitschny (z.B. LOHENGRIN, WOZZECK, DON CARLOS) Hans Neuenfels (FIDELIO) oder Willy Decker (z.B. PELLEAS ET MELISANDE) – Inszenierungen, von denen heute einige ‚Kultstatus’ haben.

 

Francis Hüsers studierte Germanistik, Soziologie und Anglistik in Köln sowie Sozialpädagogik in Mönchengladbach und veröffentlichte bis 1997 zunächst vor allem soziologische Arbeiten, so etwa gemeinsam mit Alphons Silbermann zum Thema Fremdenfeindlichkeit in Deutschland. Ab 1998 verfasste er dann verstärkt Essays über Literatur und Oper.

 

Als Librettist schrieb er die Texte für zwei Musiktheaterstücke von Jörn Arnecke (DAS FEST IM MEER, uraufgeführt in Hamburg 2003, und DREI HELDEN, uraufgeführt in Rheinsberg 2004), für eine Oper von Alexander Muno (VOM MEER nach Ibsens "Die Frau vom Meer", uraufgeführt in Heidelberg 2011) sowie den Text für die Kinderoper von Benjamin Gordon DIE HAMBURGER SINDBADAUKEN, uraufgeführt in Hamburg 2015. Zuletzt erstellte er für die finnische Komponistin Out Tarkiainen das Libretto der Oper A ROOM OF ONE'S OWN nach dem gleichnamigen Essay von Virginia Woolf. Kombiniert zu einem Doppelabend mit SUOR ANGELICA von Giacomo Puccini, fand die Uraufführung von A ROOM OF ONE'S OWN von Out Tarkiainen unter der musikalischen Leitung von Joseph Trafton am 14. Mai 2022 erfolgreich im Theater Hagen statt.

 

Als Dramaturg zahlreicher Opernproduktionen arbeitete er in Berlin, Graz, Frankfurt, Bern, Köln, Hamburg, Oslo, Dresden, Lübeck, Halle, St. Gallen und Hagen unter anderem mit den Regisseur*innen Luk Perceval, Dmitri Tcherniakov, David Alden, Alexander Schulin, Nigel Lowery, Vincent Boussard, Petra Müller, Ramin Gray, Johannes Erath, Jochen Biganzoli, Thilo Borowczak und Magdalena Fuchsberger zusammen.